Männerbrust (Gynäkomastie)

Eine Überentwicklung der männlichen Brustdrüse, ein- oder beidseitig, wird als Gynäkomastie bezeichnet. Von dieser echten Gynäkomastie unterscheidet man die Pseudogynäkomastie oder Lipomastie, eine Vergrößerung der Brust durch Fettgewebe. Eine Operation ist indiziert, wenn ein Spannungsgefühl oder ziehende Schmerzen vorliegen oder die Gynäkomastie eine starke seelische Belastung darstellt.

Vor der Operation sollte unbedingt der Hormonstatus mittels Blutabnahme abgeklärt werden. Eine Ultraschall-Untersuchung, sowie eine Mammographie sind notwendig, um eine etwaige bösartige Geschwulst ausschließen zu können. Darüber hinaus wird mit diesen bildgebenden Verfahren festgestellt, ob es sich bei der Brust um reines Fettgewebe handelt oder ob auch Brustdrüsengewebe vorhanden ist. Das Ergebnis ist ausschlaggebend sowohl für die Auswahl der Operationstechnik als auch für die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse.

Sollte Brustdrüsengewebe vorhanden sein, wird dieses im Rahmen einer ungefähr einstündigen Operation in Allgemeinnarkose über einen Schnitt entlang des Brustwarzenvorhofes chirurgisch entfernt. Ein Spitalsaufenthalt von einem Tag ist notwendig. Bei reinem Fettgewebe, welches mittels Fettabsaugung über kleine Einstiche entfernt werden kann, wird der Eingriff auch ambulant und in Dämmerschlaf-Narkose durchgeführt.

Oftmals zeigt sich eine Kombination der Gynäkomastie mit Brustdrüsen,- und Fettgewebe. Hier bringt ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung der Brustdrüse mit anschließender Fettabsaugung kosmetisch zufriedenstellende Ergebnisse. Ein eventuell vorhandener ausgeprägter Hautüberschuss kann um den Brustwarzenvorhof herum entfernt werden. Nach der Operation wird körperliche Schonung für eine Woche empfohlen. Sportliche Tätigkeiten können vier bis sechs Wochen nach der Operation wieder ausgeübt werden. Ein Kompressionshemd ist für sechs Wochen Tag und Nacht zu tragen.